Supermario's Spielsteine Ausstellung

Einleitung

Der Spieltrieb ist dem Menschen angeboren. Überall auf der Welt, zu allen Zeiten, ritzte man Linien in den Sand oder einen Ziegel und spielte mit Muscheln oder schwarzen und weissen Steinchen. Von diesen Steinchen stammt heute noch unser Wort Spielstein. In römischer Zeit stellte man Spielsteine aus Knochen oder Glas her, aus dem Mittelalter kennen wir kunstvoll geschnitzte Elfenbeinscheibchen. Der typische Spielstein bestand aber aus gedrechseltem Holz. Man konnte Holz leicht bearbeiten, es bewies auch im harten Einsatz Stabilität, und man konnte Steine aus hellen und dunklen Hölzern herstellen oder es färben. Nur besonders teure und aufwendige Steine wurden verziert.

Im 16. Jahrhundert setzte sich die Technik des Prägens durch. Diese geprägten Holzspielsteine werden heute, wie in Metall geprägte Medaillen, als ein Nebengebiet der Münzkunde angesehen.


Bonn wieder unter gutem Vorzeichen
Darstellung der Belagerung und Eroberung der durch die Franzosen besetzten kurkölnischen Residenzstadt Bonn durch Friedrich III. von Brandenburg.
Scahnzkörbe, Mörser, Kanonen, Pulverwagen und fliegende Kanonenkugeln.
1689, Philipp Heinrich Müller, Augsburg

Brettspiele, Regeln

Man kannte früher in Deutschland viel mehr unterschiedliche Brettspiele und Spielregeln als heute. Typisch ist für alle, dass zwei Partner gegeneinander spielen und dass eine gleich grosse Anzahl weisser und schwarzer Steine benötigt wird. Anders als etwa beim Schachspiel haben alle Steine die gleiche Wertigkeit, eine Unterscheidung zwischen den Steinen einer Farbe ist nicht nötig. Die Anzahl der Steine hängt von den Spielregeln ab. In jedem Fall gehören zu einem kompletten Spiel eine gleiche Anzahl weisser wie schwarzer Steine. Solche vollständigen Sätze können bis zu 40 Spielsteine enthalten und sind heute äusserst selten. Meist kommen die Steine als Einzelstücke vor.

Die Spielsteine wurden oft in einem zusammenklappbaren Spielbrett aufbewahrt, dessen Aussenseiten meist ein Dame- und ein Mühlebrett bildeten, die Innenseiten zeigen das charakteristische Puffschema. Diese Kasten waren in Intarsienarbeit gefertigt oder mit farbigem, bedrucktem Papier beklebt.

Puff, Tricktrack

Zu den ältesten und beliebtesten Brettspielen gehörte schon seit der Römerzeit Puff, abgeleitet vom Wort Pasch Damit bezeichnet man einen Wurf mit gleichen Augenzahlen auf beiden Würfeln. In anderen Ländern heisst es Tricktrack oder Backgammon. Dieses Spiel kam vor einigen Jahren besonders aus der Türkei zu uns zurück.

Auf einem Feld mit eingezeichneten spitzen Winkeln schieben zwei Spieler Spielsteine von Winkel zu Winkel, abhängig von der gewürfelten Zahl. Gegnerische Steine können zurück gesetzt werden. Für dieses Spiel wurden meist 30 Steine eingesetzt.

Dame

Über den Ursprung des Dame-Spiels gibt es die Legende, man habe es in Troja erfunden, um die während der Belagerung eingeschlossenen Damen zu unterhalten. Der Name kommt jedoch wahrscheinlich aus dem Spanischen, "la dama" bedeutet "der Spielstein". Die jetzige Form dieses taktischen Spiels ohne Würfel stammt vermutlich aus der Zeit um 1100 n.Chr Es wird meist nur auf den schwarzen Feldern eines Schachbretts mit 8 mal 8 Feldern gespielt. Jeder Spieler versucht, die 12 gegnerischen Steine durch Überspringen aus dem Feld zu werfen. Für eine Variante, die von einer in die andere Ecke spielt, braucht jede Partei nur 9 Steine. In dem altdeutschen Damm-Spiel werden in den ersten beiden Reihen sowohl die schwarzen als auch die weißen Felder benutzt, hierfür werden also 16 Steine jeder Farbe benötigt. Im 17. und 18. Jh. kannte man Spielbretter mit 10 mal 10, also 100 Feldern. Für dieses Polnische Dame genannte Spiel verwendeten die Spieler je 20 weiße und 20 schwarze Steine. Auch heute noch spielen besonders die Franzosen und Niederländer auf Brettern mit 100 Feldern.

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Um 1600, unbekannte Signatur M. V.
Unten zwei Würtel
(Rückseite: Büste des Herzogs Heinrich von
Braunschweig-Wolfenbüttel)

Mühle

Schon im alten Ägypten ritzten Bauarbeiter einen Mühle-Spielplan in den Dachziegel eines Tempels. Mühle gehört damit zu den ältesten nachgewiesenen Brettspielen und wird heute meist unverändert gespielt. Auf einem speziellen Spielbrett sind drei Quadrate mit Linien verbunden. die ein Setzen von jeweils 3 Steinen in einer Reihe erlauben. Der Gegner versucht diese "Mühle" zu vereiteln, denn anderenfalls kann ein gegnerischer Stein entnommen werden. Sind alle Steine gesetzt, darf gezogen werden. Für die verbreitetste Art des Mühlespiels werden 9 schwarze und 9 weiße Steine benötigt.


Um 1530, Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen
IOHAN ERST DVXELECTOR DVX SAX
Aus schwarz gebeiztem Ahornholz, das Portrait aus Elfenbein geschnitzt. Die Schrift gemalt, fehlerhaft und unklar.

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